Jobs: Team Lead FMCG in der Abteilung Procurement (m/w/d) bei flaschenpost

Unternehmen: flaschenpost |
Ort: Münster, Köln oder Berlin | Voll- oder Teilzeit | unbefristet

Spannend, aufstrebend und verdammt schnell – wir sind flaschenpost!

Wir liefern innerhalb von 120 Minuten die Getränke und Lebensmittel zu unseren Kund:innen – und das bis an die Wohnungstür!

Gemeinsam mit rund 15.000 Kolleg:innen schaffen wir es, eine komplette Branche neu zu erfinden und liefern von mehr als 30 Standorten mittlerweile 7.000.000 Bestellungen pro Jahr in 190 Städten aus.

Seit dem Jahr 2016 sind wir unaufhaltsam dabei, ganz Deutschland zu erschließen.

Team Lead FMCG in der Abteilung Procurement (m/w/d)

mit Leidenschaft und Ergebnisorientierung für unseren Bereich Procurement.

Dein Verantwortungsbereich:

Du richtest deine tägliche Arbeit gezielt an der Frage „Wie können wir unseren Kunden noch glücklicher machen?“ aus und wirst vor allem die folgenden Verantwortungsbereiche übernehmen:

  • Aufbau von für die flaschenpost neuen Supermarkt-Warengruppen, wie die Bereiche Frische, Ultrafrische, Tiefkühl- und Trockensortiment
  • Du übernimmst die Führung und Weiterentwicklung eines kleinen Teams der flaschenpost
  • Übernahme der Verantwortung für das gesamte Lieferantenportfolio
  • Erstellung von verlässlichen Recherchen und Auswahl sowie Betreuung von regionalen, nationalen und internationalen Lieferanten
  • Beobachten und Analysieren der Beschaffungsmärkte sowie Erarbeitung von Sourcing Strategien und Weiterentwicklung der Warengruppen
  • Erstellung von Jahresprognosen und Festlegung des Procurement-Budgets
  • Unterstützung des Supply Chain Managements bei der operativen Bestallabwicklung sowie Steuerung und Überwachung der Materialbestände, Reichweiten und Bedarfe
  • Schnittstelle zu anderen Abteilungen der flaschenpost, wie Commerce, Marketing, Business Development und Controlling
  • Markt- und Wettbewerbsmonitoring

Das bringst du mit:

  • Du konntest bereits Erfahrung in der FMCG-/Lebensmittelindustrie oder im Einkauf sammeln
  • Du zeichnest Dich aus durch eine analytische Herangehensweise und dem Bestreben, Entscheidungen maximal datenbasiert zu treffen
  • Du bist verhandlungssicher und besitzt bereits Erfahrung im Vertragsmanagement
  • Eine praxisorientierte Mentalität mit der Bereitschaft, die Position, das Team und den Verantwortungsbereich kontinuierlich weiterzuentwickeln
  • Du bist es gewohnt unabhängig und lösungsorientiert zu arbeiten
  • Eine selbstständige, ergebnisorientierte Arbeitsweise und großes Engagement sind für Dich selbstverständlich

Das bietet Dir die flaschenpost:

  • Work-Life-Balance: Gestalte flexibel deine Arbeitszeit und profitiere von einem anpassungsfähigen Arbeitsmodell, aus Office und Mobileoffice. Zudem bekommst du bei uns 30 Urlaubstage, welche du dir frei einteilen kannst.
  • Flache Hierarchien: Der Startup-Spirit bleibt. Wir setzen auf kurze Kommunikationswege, ein offenes Miteinander und Eigenverantwortung mit spürbarem Impact für unsere Kunden und das Unternehmen
  • Teamspirit: Wir arbeiten eng und motiviert an gemeinsamen Zielen und wachsen täglich über uns hinaus. Sei dabei und werde Teil einer starken Gemeinschaft, die auch nach Feierabend soziale Events schätzt
  • Wohlfühlgarantie: Bei uns geht keiner zum Lachen in den Keller. Wir legen großen Wert auf ein offenes Miteinander und kombinieren harte Arbeit mit ehrlichem Spaß, bieten Getränke für deinen Geschmack und auch dein Hund ist herzlich willkommen
  • Entwicklungsmöglichkeiten: Durch spannende Aufgaben und viel Gestaltungsspielraum bieten sich für dich vielfältige und langfristige Entwicklungs- und Karriereperspektiven in einem wachsenden jungen Unternehmen
  • Innovation & Tech-Fokus: Wir denken den Lebensmittelsektor neu. Unsere Ideen sind datengetrieben und kundenorientiert. Durch regelmäßige IT-Events bleiben wir im Tech-Bereich stets auf dem neuesten Stand

Überzeuge uns mit Deiner Bewerbung davon, dass Du unseren Erfolg mitgestalten möchtest. Wir freuen uns auf Deine aussagekräftige Bewerbung über unser Onlineformular.

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Startups: „Unser Tool imitiert die Denkweise des idealen strategischen Einkäufers.“ Nicolas Neubauer von Lhotse Analytics

Nicolas Neubauer ist CEO & Co-Gründer von Lhotse

Talk mit Nicolas Neubauer, CPO von Lhotse Analytics. Das junge Koblenzer Unternehmen hat eine Software für den strategischen Einkauf entwickelt, die durch Algorithmen und Business Intelligence Einsparpotenziale aufzeigt. Neubauer sagt: „Unser Tool imitiert die Denkweise des idealen strategischen Einkäufers.“

Q// Wie bist du selbst ins Procurement und zu eurer Startup-Idee gekommen?

A// Wenn du meine Eltern fragen würdest, würden Sie Dir bestätigen, dass ich schon mit 8 Jahren sämtliche Kataloge, Artikel, Preise und Sachnummern für Mountainbike-Komponenten auswendig gekannt und sowohl technische als auch kommerzielle Benchmarks gemacht habe – das war wohl der Anfang. Während meines Studiums zum Wirtschaftsingenieur hat mich die Vorlesung „Beschaffung und Logistik“ stark interessiert. In meiner Heimatstadt Koblenz war damals ein Purchasing-Hub des amerikanischen Automobilzulieferers TRW Automotive (heute ZF). Hier habe ich während des Studiums als Werkstudent gestartet und mich innerhalb von ein paar Jahren zum Teamleiter „hochgearbeitet“.
Als global agierende Einkaufsmanager in der Automobilindustrie waren mein Geschäftspartner Daniel Demuth und ich oft frustriert darüber, wieviel Zeit unsere Teams jeden Tag mit Datenmanagement und Reporting verbrachten. Am Markt fanden wir viele Lösungen, um den operativen Einkauf zu digitalisieren – jedoch keine Lösung, um den strategischen Einkauf von Manufacturing Companies zu vereinfachen.
Die Komplexität steigt stetig, und trotzdem nutzt diese Industrie dieselben Tools wie vor 15 oder 20 Jahren. Das wollten wir ändern.

Q// Welcher „pain“ wird hier gelindert?

A// Die Einkäufer in globalen Industrieunternehmen arbeiten in einem sehr komplexen Umfeld. Sie managen im Schnitt 20 Millionen Euro Spend, 50+ globale Lieferanten, 20+ globale Werke und 500+ aktive Teilenummern. Nahezu jedes Ereignis am Weltmarkt wie zum Beispiel Inflation, Logistikkrisen wie das Thema Evergreen, Kapazitätskrisen wie aktuell Halbleiter, Force Majors wie Fluten, Brände oder auch eine Corona Pandemie landen direkt auf dem Schreibtisch eines jeden Einkäufers. Zudem besteht die Aufgabe des strategischen Einkäufers in großen Industrieunternehmen im Wesentlichen darin, strategische Ziele zu erreichen. Hierzu zählt insbesondere das Ziel, die Kosten im Produktionsmaterial zu reduzieren. Um Einsparpotenziale zu finden, müssen große Datenmengen miteinander verbunden, angereichert und analysiert werden. Dies geschieht heute zum Großteil manuell und händisch. Der große manuelle Aufwand frisst wertvolle Zeit und ist unterm Strich einfach auch nervige, non-value-added Arbeit.

Q// Mit welcher Geschäftsidee wollt Ihr im Procurement Erfolg haben?

A// Wir unterstützen Unternehmen, ihr maximales Einsparpotential im Produktionsmaterial automatisiert zu identifizieren und umzusetzen sowie eine vollständige Transparenz über Ihre Einkaufsvolumen und KPIs zu erlangen. Unsere Lösung ist exklusiv für global agierende Manufacturing Companies wie zum Beispiel Automobilzulieferer oder Hersteller für Haushaltswaren oder medizinische Geräte. Diese Unternehmen haben in der Regel ein (direktes) Einkaufsvolumen von rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes bei einer Profitmarge von unter 10 Prozent. Der Einkauf ist daher eine sehr strategische Funktion und muss jedes Jahr rund 3-4 Prozent Kosten einsparen – in Zahlen 15 bis 500 Millionen Euro je nach Unternehmensgröße. Wir identifizieren Einsparpotenziale, indem wir die Daten unserer Kunden mit Marktdaten anreichern, bis auf Kostentreiberebene analysieren und für jedes einzelne Zukaufteil klare Handlungsempfehlungen geben, um Kosten zu sparen, Risiken zu minimieren oder strategische KPIs zu verbessern. Unser Tool imitiert also die Denkweise des idealen strategischen Einkäufers. Es betrachtet automatisiert globale Marktereignisse wie Rohstoffpreisentwicklungen, Wechselkurse, Transportkosten oder auch Einfuhrzölle. Es analysiert selbständig Angebote und Kostenaufschlüsselungen, sogenannte Cost-Breakdowns. Und das alles ohne manuellen Aufwand.

Q// Was macht Euch sicher, dass das funktioniert bzw. euer Produkt gebraucht wird?

A// Nach etwas mehr als 6 aktiven Monaten am Markt und etlichen Gesprächen mit Unternehmen im europäischen und amerikanischen Raum zeichnet sich ein großes Interesse ab. Wir sind in sehr intensiven Gesprächen mit Weltmarkführern im Bereich Automotive Seating sowie Elevator. In ersten Projekten konnten wir Potenziale von bis zu 10 Prozent für unsere Kunden identifizieren. Das Weiteren hat sich herauskristallisiert, dass sich der Start-Up Markt im Bereich Procurement neben Themen wie Nachhaltigkeit gerade sehr stark auf den Bereich Indirect Procurement fokussiert oder die Automatisierung von operativen Aufgaben. Wir haben somit eine schöne Nische für uns entdecken können.

Q// Welche Hürden musstet Ihr bislang bei den Einkaufsabteilungen überwinden?

A// Wir haben unser Unternehmen während der Corona-Pandemie gegründet und befinden uns gerade in der nächsten Krise, die des Halbleiter-Mangels. Beide Krisen setzten die Einkaufsorganisationen unter Strom. Es bleibt wenig Zeit, sich mit Innovationen wie unserer auseinanderzusetzen. Auf der anderen Seite hingegen bewegt gerade das viele Einkaufsorganisationen dazu, sich jetzt mit neuen, digitalen Lösungen auseinander zu setzen. Eine weitere Hürde ist auch, dass viele Einkaufsorganisationen aufgrund Ihrer schlechten Datenqualität befürchten, dass unser Tool falsche Ergebnisse ausspuckt. „Garbage in – Garbage out“. Für das Thema Datenqualität haben wir jedoch intelligente Lösungen geschaffen. Zunächst noch skeptischen Kunden können wir schließlich mittels individuellen Produktdemos auf Grundlage ihrer eigenen Daten helfen, Vertrauen in unser Produkt aufzubauen.

Q// Welche Produkte und Services werden im (E-)Procurement der Zukunft noch dringend gebraucht?

A// Ich denke, es gibt mittlerweile für fast jedes Problem eine individuelle Lösung. Für mich stellt sich also mehr die Frage der Integrierbarkeit der Lösungen. Die Challenge liegt sicherlich darin, integrierte Lösungen zu schaffen, anstatt viele unabhängige Silos aufzubauen.

Q// Welche Potenziale interessieren und faszinieren dich in dem Feld persönlich?

A// Für mich war es als Einkäufer immer wichtig, strategische Partnerschaften mit meinen Lieferanten aufzubauen und trotz des enormen Kostendrucks Win-win-Situationen zu generieren. Das bereitet Freude, kostet jedoch Zeit und setzt Transparenz voraus. Sowohl Zeit als auch Transparenz sind nach wie vor „rare commodities“ im Einkauf. Dies liegt vor allem daran, dass die notwendigen Daten und Informationen erst mühselig aufgearbeitet werden müssen. Durch den Einsatz unseres Tools erlangt man sowohl die notwendige Transparenz als auch Zeit, die man für die Entwicklung von Strategien und die erfolgreiche Verhandlung mit Lieferanten benötigt.

Q// Warum seid Ihr „#andersmacher“ und wie sieht die Startphase mit Euch konkret aus?

A// Wir haben unsere sehr guten Jobs einfach mal in einer der größten humanitären als auch wirtschaftlichen Krise an den Nagel gehängt – mit der Mission, den Einkauf von Manufacturing Firmen zu revolutionieren. Uns motiviert es gerade, den Einkäufern ein Tool an die Hand zu geben, welches den Spaß an der Arbeit wieder zurück bringt.

Lhotse Analytics

Mehr Infos unter www.lhotse-analytics.com

Interview: Stephan Chassaing de Bourdeille

Mehr Infos unter www.oopus.de

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Jobs: Strategic Buyer (m/f/x) bei Zeiss

Unternehmen: Zeiss |
Ort: Berlin | Voll- oder Teilzeit | unbefristet

Sich etwas Neues trauen, über sich hinauswachsen und dabei die Grenzen des Machbaren neu definieren. Genau das ist es, was unsere Mitarbeiter täglich leben dürfen und sollen. Um mit unseren Innovationen ein Zeichen zu setzen und Großartiges zu ermöglichen. Denn hinter jedem erfolgreichen Unternehmen stehen eine ganze Menge faszinierende Menschen.

In Ihrer Rolle werden Sie

  • als Teil des globalen strategischen Einkaufsteams am Entwicklungs- und Produktionsstandort für intraokulare Linsen in Berlin, oder auch gerne von einem anderen Standort der Carl Zeiss Meditec, das Wachstum des Geschäftsbereichs Consumables unterstützen
  • die Verantwortung für eine Materialgruppe übernehmen, die die Serienbetreuung eines neu eingeführten Produkts „Surgical Packs“ beinhaltet, sowie weitere sterile Güter wie OVDs (Ophthalmic Viscosurgical Devices), Injektoren,
  • mikrochirurgische Messer etc., dazu ergänzend die Betreuung der Sterilisationsdienstleister sowie den Einkauf von Produktionsverbrauchsmaterialien für den Reinraum
  • für Ihren Verantwortungsbereich eine globale Materialgruppenstrategie erarbeiten und die abgeleiteten Maßnahmen umsetzen, mit Fokus auf Kostenoptimierung und Risikominimierung
  • in diesem Rahmen Lieferantenmärkte weltweit analysieren, Ausschreibungen durchführen, neue Lieferanten qualifizieren aber auch konsolidieren, Verträge mit internationalen Lieferanten verhandeln und abschließen, die Lieferantenperformance nachverfolgen und managen
  • in Produktentwicklungs-, Industrialisierungs- und Markteinführungsprojekten einkaufsseitig mitarbeiten, sowie Einkaufsprojekte selbstständig führen
  • zur Standardisierung und Verbesserung von Prozessen sowie zur weiteren Professionalisierung der strategischen Einkaufsfunktion beitragen
  • dabei eng mit den Teamkollegen und Fachbereichen an den Standorten in Frankreich, Schottland, China und USA zusammenarbeiten

Ihr Profil

  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium des Wirtschaftsingenieurwesens, der Betriebswirtschaftslehre, der Naturwissenschaft, oder einen vergleichbaren Bildungsabschluss
  • mehrjährige Berufserfahrung, davon mindestens drei Jahre im strategischen Einkauf und/oder Projekteinkauf eines internationalen Industrieunternehmens, idealerweise im medizintechnischen Umfeld, oder in anderen Technologiebereichen:
  • Erfahrung im Leiten von und Mitarbeit in Projekten
  • Kenntnisse in Materialgruppen rund um sterile Güter, Handelsware, Contract Manufacturing oder Sterilisierungsdienstleistungen
  • eine strukturierte Arbeitsweise und ein hohes Maß an Ergebnisorientierung
  • integrative Fähigkeiten und Teamorientierung
  • Durchsetzungsvermögen
  • verhandlungssichere Deutsch- und Englischkenntnisse

In einem offenen und modernen Umfeld mit zahlreichen Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, arbeiten die Mitarbeiter bei ZEISS in einer Kultur, die von Expertenwissen und Teamgeist geprägt ist. All das wird getragen von der besonderen Eigentümerstruktur und dem langfristigen Ziel der Carl-Zeiss-Stiftung: Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam voranzubringen.

Heute wagen. Morgen begeistern.

Vielfalt ist ein Teil von ZEISS. Wir freuen uns unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität auf Ihre Bewerbung.

Jetzt, in weniger als 10 Minuten bewerben.

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PNKs im Gespräch: „Warum wir Nachhaltigkeit auf die oberste Strategieebene gehoben haben?“ Mit Jan Grothe von der Deutschen Bahn.

Jan Grothe ist Chief Procurement Officer der Deutschen Bahn

Talk mit Jan Grothe, CPO der Deutschen Bahn. Er kam vor 20 Jahren ins Unternehmen, um dort die E-Procurement-Systeme aufzubauen. Dass er solange geblieben ist, liegt vor allem daran, dass er viele Freiheiten für neue Denk- und Arbeitsprozesse genießt. Einfach schnell ins Machen kommen, lautet seine Devise. Er sieht die Einkaufslandschaft im massiven Umbruch, weil immer mehr Digital-Skills notwendig werden und gleichzeitig die Analyse der Kunden- und Lieferantenkette immer wichtiger wird.

Q// Welche Veränderungen hast du beim Procurement der Bahn vorgenommen und wie sieht der Prozess auf lange Sicht aus?

A// Ich habe erstmal mit allen wichtigen Stakeholdern gesprochen und gefragt: Wie sehen Sie uns und wie sehen Sie den Fortschritt? Daraus haben wir dann ein Zielbild abgeleitet, wo wir 2025 hinwollen und was generell unsere strategischen Themen sind. Zunächst zu einem ganzheitlichen Werttreiber zu werden, Stichwort „beyond savings“ und co. Das alles haben wir in drei Säulen gepackt. Ganz spannend ist hier etwa das, was wir intuitive Beschaffung nennen: Für jeden Lieferanten ohne Hürden leicht ansprechbar zu sein, alle Daten transparent auszutauschen, Einblick in die Produktionssysteme zu geben. Worum geht es also im Kern: Wie stelle ich die 1300 Menschen in unserem Unternehmen so auf, dass wir in Zukunft flexibler agieren, auch entlang der sich ändernden Märkte und Anforderungen. Wir wollen einfach flexibler innerhalb der Kundenbedürfnisse werden.

Q// Wo liegen die größten Herausforderungen und vielleicht auch Fallstricke?

A// Da geht es auch bei uns ganz banal darum, welche Investitionen in Digitalisierung wir tätigen. Oder wie wir die Effizienz steigern, um Ressourcen freizuspielen für strategische Themen. Und dass wir nicht jedes Einzelthema gleich bis in die Perfektion konfektionieren wollen, sondern einfach mal ins Machen kommen, auch mal das Unperfekte denken. Also sinngemäß: Lass uns bei 80 Prozent anfangen, in Inkrementen denken, das jeweilige Thema weiterentwickeln.

Q// Welche Themen spielen künftig eine besondere Rolle im Procurement allgemein?

A// Sicher besonders die Nachhaltigkeit. Die wollen wir auf ein hohes Niveau heben, schließlich haben wir mit unserem Sourcing-Anteil von 20 Milliarden am Markt einen ganz wesentlichen Einfluss auf das Klima. Das wird aber nicht erfolgreich sein, wenn wir es über die Lieferkette nicht konsequent umsetzen.

Q// Wie müssen sich die Skills der Einkäufer verändern?

A// Das ist ein hochspannendes Thema, für das wir gerade ein neues Programm aufgesetzt haben. Dringend erforderlich werden künftig Digital-Skills sein: analytisch sein, welchen Content die User in den Geschäftsunits brauchen und wie sie in der Logik vom Bedarf bis zur Rechnung denken. Es geht weniger darum, dass jeder alles kann und der beste Analytiker wird, sondern darum, dass ich wissen muss, was ich machen kann. Was es an Möglichkeiten gibt bei Forecast-Modellen etc. Und vor allem: Wie arbeiten wir eigentlich zusammen! Da investieren wir sehr stark in Beratungs- und Lösungskompetenzen. Den Einkäufer als Bestellschreiber von früher gibt es einfach nicht mehr, wir haben einen hohen Automatisierungsanteil im Massengeschäft und schaufeln somit Ressourcen fürs Beratungsgeschäft frei.

Q// Wer ist Jan Grothe und was macht ihn zum Punk?

A// Ich war vorher selbständiger Berater und kam zur Bahn, um dort die E-Systeme aufzubauen. Eigentlich hatte ich dafür so zwei Jahre eingeplant, mittlerweile bin ich seit 20 Jahren hier. Für mich war das immer eine hochspannende Aufgabe, für die hundert Gesellschaften der Bahn die E-Procurement-Systeme aufzubauen. Was mich so lange hat bleiben lassen, war die Möglichkeit, extrem viel zu machen. Zuhören, Schlüsse ziehen und dann ins Machen kommen. Ich habe hier auch eine Initiative mitgegründet, wo es darum geht, Dinge zu hinterfragen, Dinge anders zu tun, Ideen schnell zu verknüpfen. Das hat mich begleitet, ohne dass ich mich selbst in irgendeiner Form verbiegen musste. Hat riesig Spaß gemacht bis jetzt. Meine anarchische Facette ist vielleicht ganz einfach die, dass ich gerne Entscheidungen treffe und im Zweifelsfall lieber hinterher um Entschuldigung bitte, wenn es nicht geklappt hat – anstatt dadurch coole Dinge zu versäumen, von denen ich total überzeugt war.

Interview: Stephan Chassing de Bourdeille. Ausschnitte haben wir als Audio-Mitschnitte bei Soundcloud bereitgestellt.

Interview: Stephan Chassaing de Bourdeille

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Junior PNKs: „Wie Diversity in Einkaufsorganisationen zu mehr Innovation führt?“ Joshua Küpper von der Provinzial

Joshua Küpper, Nachwuchs-Einkäufer bei der Provinzial

Talk mit Joshua Küpper, Nachwuchs-Einkäufer der Provinzial. Er ist ein sogenannter Highpotential im Unternehmen, um dort die Prozesse auf absolute Effizienz zu durchleuchten. Gerade im Einkauf bietet das enorme Chancen für das Unternehmen. Kombinatorik ist ein Schlüssel zu mehr Innovationen und das können diverse Abteilungen besser für sich nutzen. Aber sein CoffeeConsulting gefällt mir am Besten 😉

Q//Wie bist du in den Einkauf gekommen und was hat dich am meisten überrascht?

A//Während meines dualen Studiums habe ich eine Tätigkeit mit mehr Verantwortung und Herausforderung gesucht. Mir wurde stolz ein Platz im Einkauf präsentiert, das sei ein Ort mit großem Change und viel Innovation.

Da habe ich kurz gezuckt und an mein bisheriges Bild von Einkauf gedacht: eine staubige, verwaltenden Instanz, die von selbst nicht wirklich aktiv wird und auf Zuruf Bleistifte bestellt. Eine Unternehmenseinheit, die im besten Fall “nicht bemerkbar” im Hintergrund agiert.

Ich habe schnell miterlebt, dass das Vorurteil nicht mehr zeitgemäß ist und dass Einkauf als eine der wesentlichen Schnittstellen des Unternehmens mit der Außenwelt durchaus ein Tor für Innovationen sein kann und aktiv nach solchen sucht. Da ist mir erstmals die strategische Rolle von Einkauf als Koordinator für die Beschaffung aller zentralen Produktionsfaktoren (neben Arbeit und Kapital) bewusst geworden. Das setzt nicht nur ein Verständnis von Wertschöpfungsketten voraus, der Einkauf muss diese Wertschöpfungskette mit gestalten, um Mehrwerte durch z.B. Partner und alternative Beschaffungen zu erreichen und dem Unternehmen größere Flexibilitäten zu ermöglichen.

In meinem Fall haben wir dann eine unternehmensinterne Plattform geschaffen, die verschiedene Abteilungen und Bereiche des Hauses miteinander neu vernetzt und ihnen damit genau die Chance gibt, sich besser zu koordinieren und gleichzeitig Unterstützung aus dem Einkauf zu bekommen. Mich hat dabei auch die Vision unseres Einkaufs motiviert:  Einkauf als “Service-Partner und Dienstleister”.

Q//Reverse-Mentoring: Was können Einkäufer von dir lernen?

A//In unserem Projekt hat sich eine Situation abgezeichnet, die ähnlich zu der eines Startups war: Es gab für das Projekt zum einen begrenzte Mittel. Zum anderen waren die Plattform und “Customers-Journey” in erster Linie für Unternehmenseinheiten als Endkunden gedacht, deren Ansprüche wir teilweise nur vermuten konnten. Es existierte eine nicht unwesentliche Wahrscheinlichkeit, dass unsere Plattform nicht den gewünschten Effekt entfalten würde. Mit unserem Ansatz “einfach mal zu machen”,  konnten wir nützliches Feedback in frühem Stadium erfragen und auf das Feedback reagiern.

Im Nachhinein war es  von unserem Einkauf richtig, groß zu denken und den Mut zu haben, sich als Einkauf auf gesamtstrategische Ebene zu begeben, selbst aktiv zu werden.

Q//Wo sollte sich der Einkauf inspirieren? Was inspiriert dich eigentlich?

A//Mich inspiriert es, neue Verbindungen zu schaffen und dadurch Innovation zu beschleunigen. Verbindungen können dabei die neue Verknüpfung und Kombination von Personen oder Ideen, aber auch von Modulen auf einer Plattform sein. Franz Johannson hat das Buch “Medici-Effekt” geschrieben, das mein Verständnis von Diversität nachhaltig veränderte.  Kombinatorik ermöglicht es, aus Bestehendem neuen Wert zu schaffen. Kombinatorik ist die Grundlage einiger der größten Innovationen und ein sehr kreativer Prozess.

Q//Und hier kommt für dich der Einkauf ist Spiel?

A//Ganz genau! Ich bin überzeugt, dass zum Beispiel in allen Dimensionen divers zusammengesetzte Einkaufsabteilungen eine Chance sein können, um hohen Innovationsansprüchen gerecht zu werden. Die Zeiten des Einkaufs als “men in black” sind aus meiner Sicht vorbei.

Q//Wo siehst du die größten Chancen für künftige Einkaufsabteilungen?

A//Es wundert mich immer wieder zu sehen, wie viel Geld für Standardsoftware ausgegeben wird. Bei “make or buy”-Entscheidungen wird das Potential von Open Source-Lösungen oft unterschätzt. Dabei könnten starke Open Source Communities in Kooperation mit verschiedenen Einkaufsabteilungen standardisierte Softwarekomponenten entwickeln und damit Entwicklungskosten massiv senken. Facebook hat dies eindrucksvoll mit “React”, einer Grundlage für die Entwicklung moderner Webapplikationen, vorgemacht: Das zunächst interne Projekt wurde der Community zur Verfügung gestellt und wird aktuell sowohl von Facebook-Entwicklern als auch von Entwicklern aus der Community weiterentwickelt. Die große Adaption ist ein riesiger Erfolg für den Einkauf, da interner Entwicklungsaufwand reduziert, Fehler schneller entdeckt und Lücken schneller geschlossen werden. Neben dem Einkauf ist das natürlich auch für die Personalabteilung ein Vorteil, wenn sie direkt kompetente Personen aus der Community selektieren kann. Voraussetzung für einen Erfolg ist hierbei natürlich, die Grundkomponeten, in denen eine signifikante Masse einen Mehrwerte sieht, Open Source zu entwickeln, um die für den Erfolg notwendige Adaption zu erzielen.

Q//Gibt es ganz spontan Ideen bei dir, welche Services fehlen und was du morgen angehen würdest?

A//Seit ein paar Tagen packt mich der Gedanke “CoffeeConsulting” zu betreiben: Ich finde es spannend zu sehen, was in deutschen Einkaufsabteilungen gerade alles passiert, wie sie sich neu und digital erfinden. Ich habe mir gerade eine BahnCard 100 geholt und fände es klasse, damit durch die Republik zu düsen, andere Einkaufspunks zu besuchen, aufzunehmen was diese umtreibt und gemeinsam Ideen zu entwickeln.- Für einen großen Kaffee pro Tag.

Interview: Stephan Chassaing de Bourdeille

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Mein „slide of the month“ ist eine Übersicht der Good-Better-Best Methode. Dadurch lenkt man durch eine variables Angebot die tatsächliche Nachfrage. Oder anders ausgedrückt, der Einkauf sollte nicht von vornherein alle möglichen Dinge tun, die ein interner Klient gar nicht erwartet. Dadurch schafft man es, dass die eigene Service-Abteilung effektiv mit den vorhandenen Ressourcen umgeht und nur die Leistungen anbietet, die auch verlangt werden. Das spart Zeit und Kraft und erhöht enorm die Kundenzufriedenheit.

Je mehr interne Klienten vom Einkauf wollen, desto höher ist die Bereitschaft auf die Qualität dieses Services zu warten. Basisleistungen sollten allerdings auch sehr schnell und effektiv, wenn nicht sogar automatisiert funktionieren. Ganz besonders gute Einkaufsorganisationen bieten interne Trainings an und machen dadurch neugierig auf mehr. Manche schaffen es sogar, dass weitreichende Unternehmensentscheidungen nicht ohne eine Beurteilung des Einkaufs getroffen werden. Die Inhalte dieser fünf Pakete richtet sich immer individuell nach dem konkreten Unternehmen.

Stephan Chassaing de Bourdeille

Proud to share: In dieser Rubrik teilen wir Erkenntnisse, die uns selbst einen kleinen Aha-Effekt gebracht haben. Etwas was wir selbst erkannt und für gut befunden haben und was anderen im besten Sinne der Kollaboration weiterhelfen kann. Deine Slides sind PNK? Schreib uns!

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